Abenteuer“lustig“: Warum das Wandern mit Kindern hohen Unterhaltungswert hat

Wann sind wir da? Ich habe Hunger! Ich hab keine Lust mehr! Evergreens quengeliger Wanderzwerge. Und Tipps, wie du die Motivation trotzdem aufrecht erhältst.

Wer kennt es nicht: Regen ist nicht, Temperaturen sind top und endlich hast du mal Zeit.
Zeit um einen entspannten Tag mit deinen Kids zu verbringen.
Also raus in die Natur!
Deine Planung ist top, die Gegend wunderschön und nach der Last auf deinem Rücken, hast du für den Appetit eine Großfamilie vorgesorgt.

Der neue Tag verspricht super zu werden! Denn du hast die perfekte Tour für die Kids herausgesucht: sehenswert, abwechslungsreich und lang genug. Das muss einfach großartig werden!

Du scheuchst die Horde ins Auto und fährst los – Richtung Abenteuer-Freizeit-Superzeit!

Los geht’s

Kaum losgelaufen, hörst du nur einen Chor aus: „Wie weit ist es noch?“ und „Wand sind wir endlich da?“
Kommt dir bekannt vor?
Es spielt keine Rolle, wie lange ihr unterwegs seid – solche Fragen laufen in Dauerschleife.
Hier sind meine „liebsten“ Meckereien und ein paar Ideen, wie du ihnen entgegen treten kannst – so ganz ohne Meckern und Streit.


Top 5 der Evergreens nölenden Kinder – und wie du die Motivation aufrecht erhältst

  1. „Sind wir schon da?“
    Eine der heiß geliebten Fragen beim Wandern. Zweifellos.
    Das ist DIE Gelegenheit, eine Geschichte zu erzählen. Werde kreativ und erfindest spannende Geschichten (vergrabener Schatz, fliegende Fische, sprechende Bäume), um die kleinen Wanderer bei Laune zu halten.
    Oder du bereitest dich vor und bringst in Erfahrung, ob es zu dem anvisierten Ziel vielleicht eine Sage oder Legende gibt – wie zum Beispiel die Sage um den Eifelriesen Kakus.

    Nichts geht über kurzweilige Spiele! Ich sehe was, was du nicht siehst, Verstecken, Schneeballschlacht, Steinmännchen bauen – je nachdem was möglich ist, lassen sich diese gleich mehrfach in die Tour einbinden.

  2. „Kannst du das tragen? Es ist soooo schwer“
    Merk dir: Du bist kein Packesel.
    Je nach Konstitution und Alter können Kinder eine bestimmte Menge an Proviant und Equipment selber tragen. Je nach Alter, möchten eure Kinder noch die liebste Puppe oder ein kleines Auto mitnehmen – warum nicht? Schließlich übernehmen sie damit Verantwortung für ihr Gepäck – das schadet nicht im Geringsten.
    Voraussetzung ist allerdings ein gut sitzender Rucksack. Und den gibt es schon für die ganz Kleinen.
    Tipp: in allen (Kinder-)Größen lassen sich Rucksäcke gebraucht kaufen – oftmals selten genutzt und so gut wie neu.

    Schweres, sperriges Gepäck wandert selbstverständlich in den großen Rucksack der Erwachsenen.
    Mein Rat: setzt auf Rucksäcke! Auch wenn der Bollerwagen eine verlockende Alternative ist, hindert er euch ungemein ans Beschreiten interessanter Pfade.

  3. „Ich hab Hunger!“
    Hunger ist der Killer jeder guten Stimmung. Das kennst du als Erwachsener genauso gut.
    Dagegen hilft eine ausgedehnte Pause an einem tollen Platz.
    Es muss nicht die klassische Bank sein: liegende Baumstämme, Felsvorsprünge, Seeufer – die Möglichkeiten eines ausgefallenen Rastplatzes sind vielfältig.
    Wasser, geschmierte Brote, Obst und Gemüse – das ist die klassische Grundlage, die für jedes Picknick dabei sein sollte.
    Etwas Abwechslung bringen:

    • Warmes Lieblingsessen
      Spaghetti Bolo, Ravioli, Nudeln mit Soße: am Vortag gekocht, morgens kurz erhitzt und in einen isolierenden Thermobehälter gefüllt, wärmen diese Lieblingsspeisen den Magen der Wanderzwerge.
      Nudeln, Reis oder Gemüse: Nicht nur, dass sich Reste vom Vortag wunderbar verwerten lassen, oft schmeckt es sogar besser. Uns zumindest 😉

    • Warme Getränke
      Nicht gegen den Durst, sondern für den Genuss könntest du eine Flasche mit einem warmen Getränk einpacken.
      Bei uns geht warmer Kakao – immer!
    • Brote schmieren mit süßem Belag
      Kennt ihr diese kleinen Gläser Nuss-Nougatcreme, die an vielen Supermarktkassen stehen?
      Oder diese kleinen Marmeladengläser, die es oft in Hotels gibt? Sie finden auch Platz im kleinen Rucksack, lassen sich zuhause spülen und jederzeit wiederbefüllen.
      Packt für jedes Kind ein Schmiermesser, Brot / Brötchen / kleine Stuten ein und lasst sie mal machen.

    • Seltene, geliebte Süßigkeiten
      Sicher, es sollte eine Ausnahme bleiben.
      Aber eine süße Nascherei kann auf so einer Tour für wahre Wunder sorgen.
      Aus dem Motzbuckel wird ein handzahmes Kind, der müde Wanderzwerg kriegt einen Energieschub, die gute Laune ist wieder da.
      Selbstgebackene Kuchen und Kekse funktionieren ebenso 😉

    • Beeren und Pflanzen: Nascherei oder Magenverstimmung?
      Der Wald ist voller Pflanzen und Beeren, die für Überraschungen sorgen können. Damit es keine böse werden, solltet ihr euch vorab über ungenießbare und ungiftige Pflanzen informieren. Bei gutem Netz, geht es auch ad hoc mit einer App wie z.B. Flora Incognita.
      Denk dran: In Naturschutzgebieten ist das Pflücken von Pflanzen, Pilzen und Beeren grundsätzlich verboten.

  4. „Ich hab keine Lust mehr“
    Nicht der Weg ist das Ziel.
    Der See, die Burgruine, der Wasserfall, das Gipfelkreuz – viele Kinder brauchen ein echtes Ziel vor Augen.
    Umso erfreuter sind sie, wenn sie es erreichen!

    Auch wenn ihr gerne lange Strecken wandert: übertreibt es nicht, wenn Kinder mit dabei sind.
    Statt Länge zählt wirklich die Qualität der Strecke.

    Denn langweilige Wege sind der Oberkiller jeder Wanderung mit Kindern. Sie sind schließlich auf einer spannenden Entdeckungstour!
    Statt auf Forstpisten geht ihr besser über schmale Pfade, enge Felspassagen, Wurzelwege oder entlang eines Ufers.

    Abenteuerlich unterwegs: Je nach Region lässt sich auch mit der Gondel oder Seilbahn den Berg hinauf fahren, mit dem Boot den See überqueren oder mit dem Zug zum Auto zurückfahren. Das bringt gleich mehr Abwechslung in die achso laaangweilige Wanderung.

  5. „Meine Füße tun weh!“
    Schon wieder gewachsen?
    Gerade wenn ihr nicht oft zusammen wandert, solltest du die Schuhe vor der nächsten Tour unbedingt checken. Passen sie überhaupt noch? Oder haben die Füße wieder einen Schuss gemacht?
    Je nach geplanter Tour, tun es auch die aktuellen Sportschuhe oder fest sitzenden Sandalen.

    Mach ruhig ein paar Pausen mehr als üblich. Schließlich machen die Kleinen deutlich mehr Schritte als du.
    Ideal: Falls ein Bach oder See da ist, könntet ihr eure Füße zusammen darin abkühlen.

Alles hat ein Ende

Da sitzen sie auf der Rückbank.
Völlig erschöpft, schlafend, zufrieden. Und ruhig.

Ach ja … war es nicht schön, wie die Kleinen eben noch am Ufer spielten? Wie sie endlich am Gipfel angekommen eine Pause einlegen durften und in Windeseile alles Essbare vernichteten?

Du lachst. Und denkst schon über den nächsten Ausflug nach. Da gib’s doch noch den Felsen, den du ihnen zeigen wolltest. Und diesen einen Wasserfall …

Zufrieden fährst du nach Hause.
Am Ende des Tages ist alles gut.

Hast du noch einen Tipp?

Wie handhabt ihr es, wenn eins der Kinder launisch ist oder jeden weiteren Schritt verweigert? Erzählt mal 🙂

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